Glossar

Von diesen Begriffen kommen nur wenige als Fremdworte im Manuskript von RV vor, ihre Bedeutungen werden aber im Inhalt des historischen Romans verarbeitet. Die Liste soll die Spannbreite der recherchierten und behandelten antiken Themen erkennbar machen. Anstatt der Jahreszählungen 'vor Christus' und 'nach Christus' werden die konfessionsneutralen Bezeichnungen 'vor unserer Zeitrechnung/v.u.Z.' und 'unserer Zeitrechnung/u.Z.' verwendet.

  • Aeneis: Von dem Dichter und Epiker Vergil (Publius Vergilius Maro, 70 – 19 v.u.Z.) zusammengefasster Epos von der Flucht des Aeneas aus dem zerstörten Troja und seinen Irrfahrten bis nach Latium. Hier wird er zum Stammvater der Römer; die Aeneis stellt einer der Gründungsmythen des Römischen Reiches dar. Das Epos besteht aus zwölf Büchern mit insgesamt etwa 10.000 Versen. 
  • Africus: Nach dem römischen System der Venti ein Wind aus dem Südwesten, der von Frühjahr bis Herbst bläst.
  • Ala: In der Kaiserzeit ein militärischer Verband von 500 bis 1000 Reitern.
  • Alimentarstiftung: Einrichtung zur Unterstützung Bedürftiger im Rom der Kaiserzeit. Diese Stiftungen waren eine Art frühes Sozialsystem, allerdings aus Privatvermögen finanziert; in der Stadt Rom von den Herrschern selbst, in den Regionen und Provinzen von wohlhabenden Beamten. Siehe auch: Faustinamädchen.
  • Amphitheatrum Flavium: Name des heute Kolosseum genannten Amphitheaters in Rom zur Kaiserzeit. Es wurde unter Titus Flavius Vespasianus erbaut, der in den Jahren 69 bis 79 unserer Zeitrechnung herrschte. Zur 900-Jahr-Feier Roms 147 u. Z. wurden hier unter dem Kaiser Antoninus Pius umfangreiche und exotische Tierhetzen veranstaltet.
  • Antium: Das heutige Anzio, es liegt 52 Kilometer südlich von Rom. Viele Persönlichkeiten wie Maecenas, Caligula und Nero besaßen Villen in dem beliebten Badeort. Der Tempel der Fortuna Antias war im zweiten Jahrhundert weithin bekannt und zog viele Besucher an.
  • Augusta: „Die Erhabene“. Römische Kaiser konnten ihren Ehefrauen, Müttern, Schwestern, Großmüttern und Töchtern den Ehrentitel verleihen. Obwohl damit kein Amt verbunden war, nahmen diese Frauen oft eine besondere und machtvolle Stellung am Hof ein. Annia Galeria Faustina (105-140 u.Z.), die Frau von Antoninus Pius, war Augusta, ebenso ihre gleichnamige Tochter, die mit Mark Aurel verheiratet wurde.
  • Aureus: Etwa 8 Gramm schwere Goldmünze, die über die gesamte römische Welt der Kaiserzeit einen stabilen Wert darstellte. Sie entsprach 25 Denaren, dem Monatslohn eines Legionärs zur Zeit des Kaisers Augustus, dies kann in eine Kaufkraft von etwa 500 Euro umgerechnet werden.
  • Bacchus: Lateinische Form von Bakchos (griechisch), einem Beinamen des Dionysos, des Gottes des Weines, des Rausches und auch der Fruchtbarkeit. 
  • Bar-Kochba-Aufstand: Jüdischer Aufstand 132 bis 135 n. Chr. unter Führung von Simon bar Kochba gegen das die römische Herrschaft in der Provinz Judäa. In diesem jüdisch-römisch Krieg wurden 580.000 Juden getötet, aber auch die römischen Legionen verzeichneten hohe Verluste. Es wurden 50 Städte und 985 Dörfer zerstört; der Krieg löste die Diaspora in der von den Römern seitdem Syria Palaestina genannten Provinz aus.
  • Beneficium: Wohltätige Gabe oder Unterhaltszahlung einer Alimentarstiftung in Form von Geld oder Naturalien. 
  • Bene valete: 'Lebt wohl' war eine lateinische Abschiedsformel, auch in Briefen. Sie ging in spätere Schriftstücke, zum Beispiel päpstliche Urkunden, ein.
  • Beton: Die Mischung aus Mörtel und Steinbrocken, in eine Schalung gegossen und erhärtet, ermöglichte ab dem 1. Jahrhundert u. Z. Bauwerke wie das Pantheon, dessen Kuppel aus einer leichten Mischung mit Anteilen von vulkanischem Tuff- und Bimsstein besteht. Vom römischen Beton, dem Opus Caementitium, leitet sich das Wort Zement ab.
  • Caelius mons: Einer der sieben Hügel Roms, östlich des Palatins und südlich des Esquilins. Der Caelius war in der Kaiserzeit für seine wohlhabenden Bewohner bekannt. Hier befand sich ein Tempel für den vergöttlichten Kaiser Claudius und mehrere Kasernen, darunter die Castra peregrina für Soldaten aus den Provinzen wie die Frumentarii, die in Rom und Latium hauptsächlich geheime und spezielle Aufträge ausführten. Heute sind auf dem Caelius (Italienisch: Cello) an Gebäuden aus der Antike nur noch die Caracalla-Thermen übrig.
  • Castra Praetoria: In diesem Kasernenkomplex der Prätorianer wurden unter Tiberius (42 v.u.Z.-37 u.Z.) die verstreut über die ganze Stadt stationierten Gardesoldaten der Feldherren und des Kaisers an einem Ort knapp ausserhalb der Stadtgrenze zusammengelegt. Im heutigen Rom liegt in der Gegend dieses Militäragers der XVIII. Rione (Stadtteil) Castro pretorio zwischen dem gleichnamigen U-Bahnhof und dem Bahnhof Termini nahe den Diokletiansthermen.
  • Centumcellae: Das italienische Civitavecchia liegt 69 km nordwestlich von Rom an der Via Aurelia. Es ist der heutige Hafen Roms, den der Kaiser Trajan erstmals anlegen lies.
  • Corus: Nordwestlicher Wind, siehe auch Venti.
  • Cursus publicus: Kaiserlicher Kurierdienst, der das gesamte Straßennetz des römische Reichs überspannte. Der Cursus Publicus war auch für die Beförderung von berechtigten Personen, (die sich auszuweisen hatten) und wichtigen Waren zuständig.
  • Dacia Superior: Name eines Teils der römischen Provinz Dakien, die von 106 bis 271 bestand, größtenteils vom schwer zu unterwerfenden Volk der Daker bewohnt wurde und heute in etwa dem Gebiet des modernen Staats Rumänien entspricht. Reiche Vorkommen an Gold und Silber, neben vielen anderen Bodenschätzen, machten Dakien sehr wichtig für die kaiserliche Politik seit Trajan.
  • Dea Febris war die Fiebergöttin, der man in zahlreichen Tempeln opferte, um hauptsächlich das rund um Rom verbreitete Wechselfieber (Malaria) zu besänftigen. 
  • Decurio: Anführer einer Abteilung von 30 bis 40 Reitern der kaiserzeitlichen Auxiliarkavallerie. Der Decurio war einem Zenturio der Legion gleichgestellt und trug den quergestellten Helmbusch. Er bekam den vierfachen Sold eines Soldaten und hatte wahrscheinlich drei Pferde (Reit-, Wechsel- und Packpferd).
  • Epiktet: (50 - 138 u.Z.) Wichtiger Philosoph der späten Stoa. Er gelangte als Sklave nach Rom, fand zu den stoischen Lehren und begann Philosophie zu unterrichten. Epiktet wurde wurde wieder aus Rom vertrieben und gründete in Nikopolis eine eigene Schule. Seine Lehre ist nur durch die Schriften seines Schülers Arrian überliefert. Epiktet behandelte ethische Fragen und betonte die praktische Umsetzung philosophischen Denkens. Zentral für seine Ethik ist der Begriff der 'inneren Freiheit' und die moralische Autonomie des Menschen. Er unterscheidet zwischen Dingen und Zuständen, die sich außerhalb der Einflussnahme des Menschen befinden und so von ihm als unveränderbar angenommen werden müssen, und solchen, die sein Innerstes angehen, also ausschließlich seinem Einfluss unterliegen.
  • Evokatus: Soldat, der nach seiner ehrenvollen Entlassung nach 16-25 Jahren Dienstzeit von einem Konsul oder hohen Befehlshaber wieder einberufen wird.
  • Explorator: Späher der römischen Kavallerie. Tiberius Claudius Maximus war ein berühmter Späher in den Dakerkriegen des Kaisers Trajan.
  • Faustinamädchen: Antoninus richtete zu Ehren seiner verstorbenen Frau Faustina (der Älteren) eine Stiftung zur Unterstützung (Alimentierung) junger Mädchen ein, die 'puellae Faustinianae'. Die bedürfigen Familien wurden mit Geld und Getreidegaben unterstützt. Ähnliche Stiftungen wurden auch in Städten des Latiums und der Provinzen von wohlhabenden Bürgerinnen und Bürgern eingerichtet. Hinweise einer Inschrift (CIL XIV, 350 = 4450) deuten auf eine Senatorentochter namens Agrippina, die im Jahr 148 u.Z. genau 100 Mädchen in Ostia förderte. Solche sozialen Stiftungen dienten der Selbstdarstellung und sollten das Andenken an die Stifter wachhalten. Sie wurden oft mit einer Statue öffentlich honoriert.
  • Fluchtafel: Oft werden in und an Grabmalen, Tempeln und Teichen mit Inschriften versehene, dünne Bleistücke gefunden, die dazu dienen sollten, Menschen (auch Tiere, wie etwa Rennpferde) mit magisch-rituellen Mitteln, oft mit Hilfe einer Gottheit – meistens aus der Unterwelt – zu beeinflussen. Sie sollten an etwas gehindert werden, der Verfluchende wollte ihnen schaden, sie sogar töten. Das Anliegen wurde durch die Inschrift den ausgewählten Gottheiten vermittelt, die den Fluch umsetzen sollten, oder der Zauber galt durch die Herstellung und rituelle Platzierung der Tafel als umgesetzt. Eingerollt, mit einem Nagel durchbohrt und fixiert sollte die magische Wirkung direkt von der Bleitafel auf den Körper des vorgesehenen Opfers übergehen. Der hervorragende Wikipedia-Artikel gibt weitere Einblicke in das komplexe Thema des antiken Schadenzaubers.
  • Fronto, Marcus Cornelius: Der reiche und berühmte Grammatiker, Rhetoriker und Anwalt lebte von 100 – 170 u.Z. Antoninus Pius machte Fronto zum Lehrer seiner Adoptivsöhne Mark Aurel und Lucius Verus.
  • Frumentarius: Ursprünglich ein Legionär, der für die Beschaffung von Nahrungsmitteln (frumentum = Getreide, Weizen) zuständig war und bei dieser Aufgabe den Umkreis der Militärlager auskundschaften konnte. Ab der Kaiserzeit wurde daraus ein Beamter, der geheimdienstliche oder geheimpolizeiliche Aufgaben erfüllte, von Spionage bis hin zur Ausführung von Mordaufträgen. Der frumentarius gehörte weiterhin seiner Legion an; in den Provinzen lag das Hauptquartier der frumentarii im Sitz des Statthalters. Eine Gruppe, numerus genannt, frumentarii gab es auch in Rom, sie erfüllten vor allem berittene Botendienste. Ihr Hauptquartier war in der castra peregrina ('Kaserne der Fremden') auf dem Caelius-Hügel.
  • Fugitivarius:  Aufsucher, Fänger und oft auch Hehler entlaufener Sklaven
  • Gades: Das spanische Cádiz ist eine der ältesten Städte Westeuropas. Das Stadtwappen verweist auf die legendäre Gründung der Hafenstadt durch Herkules: „Hercules Fundator Gadium Dominatorque“ (Herkules, Gründer und Herrscher von Gades). Es war in seiner Geschichte ein wichtiger Handelsplatz der Reiche, die das Mittelmeer beherrschten. Gades entwickelte sich in der römischen Kaiserzeit zu einer der reichsten Städte im Westen. Horaz und Plinius erwähnten in ihren Werken die Mädchen von Gades (puellae gaditanae) wegen ihres besonderen Tanzstils.
  • Gaius: Heute noch verlegt und gelesen wird das Lehrwerk Institutionen (Institutiones) des Juristen. Es ist eine unter Antoninus Pius ca. 161 u.Z. zusammengestellte Darstellung des römischen Privatrechts, das bis in die Neuzeit wirkte. Es enthält Passagen, die die Rechte und Unterscheidungen von Freien und Sklaven im Personen- Familien- und Vermögensrecht der hohen Kaiserzeit sehr genau regeln.
  • Galenos von Pergamon: Der berühmte griechische Arzt beschäftigte sich ab dem Jahr 146 mit der Medizin, reiste viel, lebte und praktizierte in Italien und Rom.
  • Galeria Lysistrate: Im Oktober oder November 140 verstarb Antoninus Pius’ Ehefrau Faustina (die Ältere) und wurde per Senatserlass vergöttlicht. Der Kaiser heiratete nicht wieder, um ihr Andenken zu wahren. Galeria Lysistrate, frühere Sklavin von Faustina, wurde zu seiner Mätresse. Ein Präfekt der Prätorianer erhielt seinen Posten angeblich nur durch ihren Einfluss am Hof.
  • Gemonische Treppe: In der Kaiserzeit wurde die Gemonische Treppe vom Kapitol über das Forum Romanum zum Tiber hinab als Ort für Hinrichtungen oder für die öffentliche, entehrende Zurschaustellung von Hingerichteten verwendet. Nach der Hinrichtung im Carcer Tullianus oder auf der Treppe selbst, wurde der Leichnam manchmal auf den Stufen liegen gelassen, bis die Verwesung fortgeschritten war, oder er wurde mit einem Haken die Treppe hinab durch die Stadt geschleift. Auch von aufgebrachten Menschenmengen und Tieren ist die Rede, die Leichname zerrissen haben sollen. Die Überreste wurden in den Tiber geworfen und trieben ins Tyrrhenische Meer.
  • Gravioris Caeli: "Schwerer Himmel" – die Luftverschmutzung der Stadt Rom, bekannt durch einen Text Senecas.
  • Harpyien: Die Harpyien sind geflügelte Mischwesen. Sie verkörpern die Sturmwinde und sind die Töchter des Meerestitanen Thaumas und der Okeanide Elektra. Ihre Zahl schwankt im Mythos je nach Überlieferung zwischen zwei und fünf. 
  • Habes, habeberis: „Hast du was, so giltst du was.“ Aus Petrons Satyricon (77,6).
  • Haruspex: Angehöriger eines Priesterkollegiums. Seine Aufgabe war es, aus den Eingeweiden, besonders der Leber, von geopferten Tieren vorauszusagen, ob die Götter eine beabsichtigte Unternehmung billigten oder nicht. Gegenüber dem Auspex, der den Flug der Vögel deutete, hatte der Haruspex den Vorteil, dass er den göttlichen Willen viel schneller erkunden konnte.
  • Iden: Die Iden waren neben den Kalenden, Nonen und Terminalien einer der vier feststehenden Feiertage, die jeder Monat des römischen Kalenders hatte. Diese vier Feiertage bezeichneten ursprünglich die Mondviertel (Kalenden: Neumond, Iden: Vollmond, Nonen und Terminalien: zunehmender bzw. abnehmender Halbmond).
  • Iris: Homer bezeichnet Iris in der Ilias als Botin der Götter, sie kann, den Vorstellungen der alten Griechen entsprechend, Winde erzeugen.
  • Isis: Göttin der ägyptischen Mythologie. Isis wurde auch von den in Ägypten lebenden Griechen und Römern bis in die christliche Zeit hinein verehrt, ihr Kult wurde auch nach Italien und in andere Provinzen getragen.Sie war die Göttin der Geburt, der Wiedergeburt und der Magie, aber auch Totengöttin und erscheint erstmals in Inschriften des Alten Reiches der Ägypter (ca. 2700-2200 v.u.Z).
  • Iupiter Optimus Maximus: „Bester und größter Jupiter“ ist der volle Name der obersten Gottheit der römischen Religion: Jupiter, in Inschriften oft abgekürzt zu I O M. 
  • Kikonen: Mythologisches Volk der Antike, das von den antiken Dichtern mit Thrakern gleichgesetzt wurde. Sie sollen an der Küste Thrakiens gesiedelt haben. Die Kikonen sind bei Homer Verbündete der Trojaner im Trojanischen Krieg gegen die Griechen (bei Homer: Achaier). Odysseus hat sie auf seiner Irrfahrt auf dem Rückweg von Troja aufgesucht und ihre Hauptstadt geplündert.
  • Kümmelspalter: Spitzname des Kaisers Antoninus Pius, den er für seine penible Korrektheit in Steuer- und Rechtsfragen erhielt
  • Lararium: Im römischen Haus der Kaiserzeit der Kultschrein der der Schutzgötter des Hauses bzw. der Familie, der Lares Familiares. Das Lararium befand sich ursprünglich im Atrium, später in der Küche, oder in einem Schlafzimmer, manchmal auch im Peristyl oder im Garten. Neben den Laren wurden auch Bildnisse der Schutzgötter aufgestellt; außerdem wurden darin häufig Ahnenbilder aufbewahrt. Die Historia Augusta berichtet von Kaiser Alexander Severus, dass er dazu noch die Bildnisse ganz verschiedener Götter, darunter Christus, Abraham und Orpheus, in sein Laratium eingefügt hatte.
  • Lemuren: Larvae oder Lemures waren die Geister von Verstorbenen, deren abgeschiedene Seelen. Larvae und Lemures galten als bedrohliche Gespenster, die wegen der Vernachlässigung des Totenkults bösartig geworden waren, im Gegensatz zu den gutartigen Lares.
  • Latrones: Ein strategisches Brettspiel, auch Latrunculi genannt und gerne von Legionären gespielt. 'Latrunculus' bedeutet ursprünglich 'kleiner Soldat', in der Kaiserzeit auch 'Bandit' (Dieb/Gauner auf Italiensich 'ladro').
  • Liburne: Hauptsächlich die Provinzflotten waren mit diesen wendigen und flusstauglichen Schiffen mit zwei Reihen Riemen ausgestattet.
  • Lorium: Landsitz der Familie des Antoninus Pius an der Via Aurelia gelegen.
  • Ludus Dacicus: Eine der Gladiatorenschulen östlich des Amphitheatrum Flavium (Kolloseum). Hier wurden gefangene Daker ausgebildet und untergebracht.
  • Lungurion: geronnener Luchsmoschus, zur Parfümherstellung verwendet
  • Lyra: Ein Saiteninstrument aus der Familie der Leiern, das aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. stammt. Dem griechischen Mythos nach ist sie eine Erfindung des Hermes, der sie seinem Götterbruder Apollon als Entschädigung für seinen Rinderdiebstahl gab. Im Hellenismus wurde sie zum Symbol der Dichter und Denker, woraus sich unser Begriff Lyrik entwickelte.
  • Matronen: Muttergottheiten, auch vornehme Damen, Familinemütter. Die Göttinnen werden als sitzende Dreiergruppe auf Votivsteinen und Altären dargestellt.
  • Mercurius: Merkur war der 'Götterbote', sowie der Gott der Händler und Diebe.. Sein römischer Name geht auf das lateinische Wort für Ware 'merz' zurück. Er hatte ähnliche Zuschreibenden und Funktionen wie der griechische Hermes.  
  • Mithras: Römische Göttergestalt, eine mythologische Personifizierung der Sonne (auch Sol invictus – unbezwungener Sonnengott). Der Name Mithras geht auf den Gott Mithra aus der iranischen Mythologie zurück. Jedoch weist der römische Mithras große Unterschiede auf. Er wurde von vielen Angehörigen der Armee und Marine an geheimen unterirdischen Orten, den Mithräen, verehrt.
  • Nemesis: Die Göttin bestraft die menschliche Hybris, rächt die Anmaßung und Selbstüberschätzung, sowie die Missachtung der Sittlichkeit. Zwei ihrer Attribute sind das Wagenrad und der Greif.
  • Nomenclator: Ein Diener, Freigelassener oder Sklave im Dienst eines Patriziers oder am kaiserlichen Hof mit der Aufgabe, sich die Namen und das Aussehen aller Klienten seines Herrn zu merken. Er hilft diesem dann bei Empfängen und in der Öffentlichkeit, regelt die Reihenfolge des Vortritts, kündigt die Namen der Gäste und auch die der Speisen bei Gastmahlen an.
  • Numerus: In der römischen Militärorganisation ab dem 2. Jahrhundert eine kleinere Einheit ('Schar'), deren Mitglieder auch von Barbarenstämmen angeworben wurde.
  • Oktoberpferd: Am 15. Oktober (Iden des Oktober) wurden auf dem Marsfeld Wettrennen mit Zweigespannen abgehalten. Nach den Rennen wurde das rechte Pferd des siegreichen Gespanns dem Kriegsgott Mars als Opfer dargebracht. 
  • Orcus: In der römischen Mythologie Name für den Gott der Unterwelt, auch Pluto und Dis Pater genannt. Mit Orcus wird seine böse, strafende Seite bezeichnet, er führte aber auch die Seelen der Verstorbenen in die Unterwelt.
  • Ornatrix: Eine Sklavin des Haushalts, die oft persönliche Friseuse und Kosmetikerin einer reichen Dame war.
  • Orphik: Die Orphiker berufen sich auf den mythischen Sänger und Dichter Orpheus, der für sie der Urheber ihrer Lehren und den Autor maßgeblicher orphischer Texte sahen. Ihr Bestreben war die Vorbereitung auf das von ihnen erwartete Fortleben der Seele nach dem Tod des Körpers. Es gab ein deutliches Interesse an orphischer Religiosität im Römischen Reich ab dem 2. Jahrhundert.
  • Palla: Langes Übergewand der römischen Frau, das bis über die Füße herabgeht, und aus einem viereckig zugeschnittenen Stoff besteht. Die Palla wurde zum Ausgehen getragen.
  • Patron von Ostia: Der Patron vertritt die Interessen einer Stadt oder Provinz in Rom. Cicero hat zum Beispiel zu seiner Zeit Sizilien repräsentiert.
  • Pfeilgeschütz/Torsionsgeschütz: Sammelbegriffe für Artillerie-Waffen der Antike, die als wirkungsvolle, komplex aufgebaute Katapulte die Vorläufer von Kanonen und Maschinengewehren darstellen. Auch Balliste oder Scorpio genannt.
  • Phaeton: Eine Figur der greichischen Mythologie. Phaethon will für einen Tag den Sonnenwagen lenken. Der Sonnengott Helios versucht, seinen Sohn davon abzubringen, aber ohne Erfolg. Der Wagenrast los und gerät Phaeton außer Kontrolle. Er weicht von der festgelegten Strecke zwischen Himmel und Erde ab und verursacht ein Desaster ...
  • Pinax: Eine Tafel aus Holz, gebranntem Ton, Marmor oder Bronze. Sie wurde liebevoll bemalt und diente als Weihgeschenk für die Gottheiten im alten Griechenland. Von Pinax stammt der heute noch populäre Begriff Pinakothek ab.
  • Plautus: (ca. 254-184 v.u.Z.) In seinen Komödien nahm der Autor Plautus Bezug auf zeitgenössische Ereignisse wie den Punischen Krieg gegen Karthago. Im Vordergrund stand aber immer die Unterhaltung und eine - teilweise grotesk-derbe – Komik. 130 Stücke sind unter seinem Namen bekannt, 21 davon gelten als authentisch. Autoren vieler Zeitalter nach Plautus fanden Inspiration in seinem Werk, das es in einer Adaption bis auf die Bühnen des New Yorker Broadway schaffte.
  • Pythia: Sie war die weissagende Priesterin im Orakel des Apollontempels im griechischen Delphi, die in Trance Prophezeiungen verkündete. Sie saß auf einem Dreifuß über einer Erdspalte, aus der ein Gas trat, das die Pythia in eine Art Trance versetzte.
  • Porta Marina: Ehemaliges Stadttor, zur Küste ausgerichtet. Es wurde im ersten Jahrhundert abgerissen. 'Alexander e Helix' ist der heutige, von den Archäologen gegebene, Name einer Schenke an diesem Ort aus dem 3.Jahrhndert u. Z. . Er wurde von einer Inschrift über zwei Boxer-/Ringerfiguren im Bodenmosaik (ca. 3.Jahrhndert u. Z.) abgeleitet. Alexader und Helix waren berühmte Athleten ihrer Zeit.
  • Provocator: Der 'Herausforderer' war ein schwerbewaffneter Gladiator. Als Waffe benutzte er ein Kurzschwert. Seine Rüstung bestand aus einem keltisch-römischen Helm, einem latz- oder halbmondförmigen Brustblech, einem mittelgroßen Schild, einem Armschutz am Schwertarm und einer halblangen Beinschiene. Bekleidet war er mit einem Lendenschurz und einem Gürtel.
  • Rhea Silvia: Königstochter und Priesterin (Vestalin), sie spielt eine wichtige Rolle im Gründungsmythos Roms. Der Kriegsgott Mars verführte Rhea Silvia und sie gebar die Zwillinge Romulus und Remus. Als Mars dies erfuhr, ließ er ihr die übliche Bestrafung für Vestalinnen, die ihre Unschuld verloren hatten, zukommen. Er ließ sie in den Tiber werfen (oder, nach einer anderen Version des Mythos, in den Tiber werfen). Ein Diener sollte auch Romulus und Remus töten, warf sie aber der Legende nach lediglich in den Tiber, wo sie von dem Flussgott Tiberinus gefunden wurden. Dieser überließ sie einer Wölfin zur Aufzucht, rettete aber auch gleichzeitig ihre Mutter, heiratete sie und schenkte ihr ewiges Leben. 
  • Säkularfeier: Ein Fest, das zum Ende eines alten und Beginn eines neuen Zeitalters (Saeculum) gefeiert wird. Seit der Herrschaft des Augustus feierte man so den Beginn einer neuen glücklichen Zeit. Claudius setzte das Saeculum mit hundert Jahren gleich und beging 47 u.Z. die 800-Jahr-Feier Roms, Antoninus Pius mit Marcus Aurelius dann 147 die 900-Jahr-Feier und Philippus Arabs zu entsprechender Zeit die besonders pompöse 1000-Jahr-Feier.
  • Silen:
  • Signifer: Träger des Feldzeichns in Armee und Marine. Er gehörte zu den untergeordneten Offizieren und trug einen speziellen Helm, der mit einer Maske verschlossen werden konnte und an dem der präparierte Kopf eines Raubtierfells (Wolf, Löwe, Bär) befestigt war. Er musste besonders tapfer sein, da das Signum in der Schlacht Orientierungspunkt für die Legionäre war und nicht fallen durfte.
  • Spelunca: So nannten die Römer ein Mithräum − den unterirdisch angelegten Tempel des Mithras-Kultes. Das Wort Spelunke stammt von Spelunca ab und bezeichnet eine schlechte, etwas verrufene Kneipe oder Spielhölle.
  • Stadium: Längenmaß, das 1/8 römischer Meile, 625 Fuß oder 185,22 Metern entsprach. 
  • Stoa: Philosophische Lehre, die auf den Griechen Zenon von Kition (um 300 u.Z.) zurückgeht. Er lehrte in einer Säulenhalle auf der Agora, dem Marktplatz von Athen, die Stoa genannt wurde. Die stoische Philosophie fasst die Welt als Ganzes auf, in der ein alle Naturerscheinungen und natürlichen Zusammenhängen beherrschendes Prinzip waltet. Für den Menschen gilt es, seinen Platz in dieser Ordnung zu erkennen und auszufüllen, indem er durch die Einübung emotionaler Selbstbeherrschung sein Los zu akzeptieren lernt und mit Hilfe von Gelassenheit und Seelenruhe zur Weisheit strebt.
  • Stultus: (Substantiv) Einfältiger, Tor, Narr, Dummkopf
  • Suburra: Name eines Stadtviertels in Rom, Wohngegend der Armen und Rotlichtviertel mit oft hohen Häusern, die nur sehr enge Wohnungen boten. Die Subura lag zwischen den Hügeln Quirinal, Cispius, Viminal und Esquilin (auf dem heutigen Stadtplan etwa auf halbem Weg zwischen Stazione Termini und Kolosseum).
  • Tanach: Die "hebräische" Bibel, besteht aus den drei Teilen Tora („Weisung“), Nevi'im („Propheten“) und Ketuvim („Schriften“), kurz: TNK, gesprochen "Tanach". Die Bücher des Tanach sind die Grundlagen des alten Testaments des Christentums.
  • Tachlit: hebräisch – wahrhaftiges Ziel, Zweck. Hiervon stammt das jiddische Tachles und die Wendung 'Tacheles reden' (Klartext reden) ab.
  • Theriak: Eine in der Antike als Gegengift gegen Schlangenbisse entwickelte Arznei, die im Mittelalter zu einem Universalheilmittel wurde. In der Kaiserzeit war im  Theriak neben 70 Zutaten auch Opium.
  • Tiberius Claudius Maximus: (ca.65 - ca.117 u.Z.) Römischer Legionär und Offizier zur Zeit der römischen Kaiser Domitian und Trajan. In den Dakerkriegen Trajans wurde er als Späher (Exploration) eingesetzt. Dabei gelang es ihm, das Versteck des flüchtigen Dakerkönigs Decebalus aufzuspüren und diesen gefangenzunehmen, dargestellt auf der Trajanssäule in Rom.
  • Tomis: Ein Ort, auch Tomoi genannt, in der römischen Provinz Mösien, der sich im heutigen Stadtgebiet der Großstadt Constanța in Rumänien befand. Der Ort war eine ionische Kolonie, die 633 v. Chr. von Milet aus gegründet wurde. Der Dichter Ovid wurde durch Kaiser Augustus im Jahre 8 n. Chr. nach Tomis verbannt und starb hier. Unter Konstantin I. wurde die Stadt zu Ehren seiner Schwester in Constantiana umbenannt und eine wichtige Handelsmetropole an der Schwarzmeerküste, etwa 50 Kilometer südlich der (antiken) Donaumündung.
  • Torsionsgeschütz: Siehe Pfeilgeschütz
  • Trans Tiberim: Heute Trastevere, das Viertel 'jenseits des Tibers' war eines der Arbeiterviertel im alten Rom. Hier lebten viele Ausländer und religiöse Gruppen, auch Randgruppen. Zehn Synagogen zeugen von einer großen jüdischen Bevölkerung. Auch die ersten Christen Roms siedelten hier. 
  • Triere: Der 'Dreiruderer' war ein wendiger Schiffstyp der Marine, der von Riemen in drei versetzten Reihen angetrieben wurde.
  • Via Aurelia: Römerstraße, die von Rom aus die latinische Küste entlang (an Lorium und Centumcellae vorbei) bis Pisae (Pisa) in Etrurien führte.
  • Via Portuensis: Die 'Hafenstraße' verlief von Roms Porta Portuensis nach Portus durch Latinum, in etwa parallel zum nördlichen Ufer des Tibers, ähnlich der heutigen Via Portuense.
  • Vicus Tuscus: 'Die Straße der Etrusker' war eine luxuriöse Geschäftsstraße im Zentrum von Rom (Link zur englischen Wikipedia) unterhalb des Palatin-Hügels, durch die viele wichtige religiöse Prozessionen vom Forum Romanum zum Forum Boarium und Circus Maximus führten. 
  • Vigiles: Die Feuerwachen gab es in Rom erst seit dem ersten Jahrhundert v.u.Z. Ihre Aufgaben waren die Vermeidung und Bekämpfung von Bränden, in der Kaiserzeit und Spätantike aber auch polizeiliche Patrouillen- und Schutzdienste. Besonders wichtig waren Sie in der Nähe großer Getreidevorräte, wie die Kaserne der Vigiles in Ostia belegt.
  • VirtusPersonifikation der Tapferkeit, von römischen Soldaten wie ein Gott verehrt
  • Vulcanus: Vulkan ist der römische Gott des Feuers, der Blitze, der Schmiede und aller Metallhandwerker, die mit Feuer umgehen. Er entspricht in etwas dem Hephaistos der Griechen. Er stellte bronzene Tore, Schmuck und als kluger Erfinder Waffen für die Götter und Halbgötter her – auch für Aeneas, der laut Mythos nach der Zerstörung Trojas im Trojanischen Krieg nach Latium zog und Rom gründete). Vulcanus' Attribute sind Hammer, Zange, Schmiedeschurz und Amboss.
  • Xenia: Ein weiblicher griechischer Vorname, der sich vom griechischen Wort für die ‚Gastfreundliche‘ und auch die ‚Fremde‘ ableitet.
  • Zelot: Die Zeloten waren eine von Judas dem Galiläer und einem Priester formierte Widerstandsbewegung der Juden gegen die Besatzung ihres Landes durch die Römer. Im Jahr 6 u.Z. gegründet, wurde viele bei der Verteidigung Jerusalems im Jahr 70 u.Z. getötet. Der Rest rettete sich in die Bergfestung Masada und konnte sich über Monate der X. Legion (Fretensis) widersetzen.
  • Zenon von Kition: siehe Stoa.